Andrea & Klaus


(Über-)Lebensdinge und mehr by Andrea Kuenstle
Mai 8, 2011, 14:20
Filed under: Fahrrad(welt)reise | Schlagwörter:

Es gibt auch auf so einer Reise Banalitäten, alltägliche Dinge und davon wollen wir auch mal berichten.
– Also z.B. schließen wir immer(!) unsere Fahrräder ab. Selbst an den wirklich sicheren und einsamsten Plätzen. Warum? Weil wir dann nie entscheiden müssen, ob es nun hier sicher ist oder nicht.
– Wir sind Weltmeister im Feuchttücher-Verbrauch. Als es kein Wasser gab, da haben wir das als Waschlappen benutzt und auch jetzt noch ist es oft die einzige Möglichkeit sich am Abend irgendwie zu waschen.
– Unsere Essensplanung ist ein ganz wichtiger Faktor. 1. weil wir so gerne essen und 2. weil es für unsere Kraft nötig ist. Es gibt immer eine Portion Obst und Gemüse am Tag und dann müssen wir auf das Eiweiß achten. Kohlenhydrate benötigen wir, um weiter Kraft zu haben. Also so eine Mischung. Nur kann man natürlich keinen Kühlschrank füllen, oder sich einen Vorrat anlegen. Natürlich kann man sich auch von Pommes und Currywurst oder Pizza und Eiscreme ernähren, aber ich glaube nicht, dass sich das noch gut anfühlen würde. Mit unseren gut 80kg Gewicht, die wir die Berge rauf und runter schaffen verbrauchen wir ordentlich Kalorien. Auch das Anfahren nach Stops oder an Ampeln braucht ordentlich Kraft, oder das Auf- und Abladen der Räder. Jeder der Abnehmen möchte sollte so eine Reise NICHT tun:-)
– Unser Zelt: nun haben wir einen kompletten Satz neuer Stangen von Vaude bekommen. 1. wir mussten ihn kürzen, denn die waren definitiv zu lang. 2. nach 30 mal Aufbauen, fangen sie schon wieder an zu brechen. Und: der Boden lässt trotz Unterlegmatte Feuchtigkeit durch. Schade und nervig.
– Wir sind oft Hindernisse auf den Straßen und so haben wir unsere eigene Strategie entwickelt uns wenigstens ein wenig Platz zu schaffen, nicht jedes Auto am Ellenbogen zu spüren. Klaus fährt ganz rechts und ich vorne weg ein wenig nach links versetzt. Immer im Rückspiegel den kommenden Verkehr und den Gegenverkehr beobachtend. Kommt einer sehr schnell, oder könnten sich die Fahrzeuge bei uns treffen, fahre ich etwas weiter nach links raus. Meistens sind die Fahrzeuge dann von der Breite und den Warnwesten irritiert und machen langsam. Außerdem haben wir dann noch Platz, nach rechts auszuweichen. Diese Fahrweise bedeutet aber stundenlange, permanente Aufmerksamkeit. Außerdem ist das Hupen eine echte Nervenbelastung. Wenn ich euch was bitten darf…… winkt nur aus dem Fenster, hupt nur, wenn es wirklich eine Gefahr sein könnte und…. auch wenn wir Radfahrer euch im Weg sind… fahrt nicht so dicht und schnell an uns vorbei.
– Verletzungen: wir haben Glück… immer gibt es nur kleine Dinge. Klaus hat beide große Zehen eingerannt. Ich habe mir neulich kochendes Wasser über die Schuhe gekippt und ein Tänzchen aufgeführt. Im Knie hatte ich solche Schmerzen, dass ich nicht liegen konnte und das erste mal unsere Reiseapotheke um starke Schmerztabletten bemüht habe. So manche kurze Migräne gibt es oder auch mal Rückenschmerzen. Heuschnupfen oder auch einen Zusammenstoß mit einer Koralle oder der Straße, machen es nicht gerade einfach. Denn manche Blessuren bleiben lange und wollen nicht heilen.
– Was so alles kaputt geht: unser Laptop muss man jetzt immer ausschalten. Wenn man es einfach zu klappt, will es nicht mehr angehen. Manchmal ist alles etwas grün, aber ansonsten läuft es und läuft. Meine große Kamera hat einige Wehwehchen, die Kleine stellt nicht mehr scharf. Meine Hosen (Mehrzahl) gehen kaputt, Speichen brechen, Isomatten verlieren die Luft, die Arretierung vom GPS am Fahrrad ist weg, meine Fahrradschuhe fallen auseinander, die Socken sind kaum noch zu flicken, Klaus Fahrradständer macht mal wieder die Grätsche, der Doggyride hat einige Löcher im Stoff, so allerlei Plastik löst sich hier und da auf. Sämtliche Reißverschlüsse sind trotz Schmierung ein Problem,  und unser Seideninlay für 5 Grad mehr Wärme reißt überall ein.
– Was so alles einfach super ist: Am besten erhalten bleiben unsere Radhosen und Radshirts von Assos. Trotz der täglichen Beanspruchung sind diese immer noch völlig in Ordnung! Und natürlich die Räder, der Doggy Ride, die Schlafsäcke unser Besteck, unsere Ortlieb Taschen, die Meru Wasserflaschen, die SQ-Lap Sättel (wir haben einen komplett neuen Satz geschenkt bekommen), unsere tubus Gepäckhalter, der Bob Ibex Anhänger unser Primus Kocher und natürlich die Rohloff Schaltung: wir lieben sie!!!!!!!!!!!!!!

DoggyNews: Ihr Hunde am Wegesrand, in den Vorgärten oder auf den Betriebsgeländen… ihr nervt!!! Manche Nacht sitzen sie nur wenige Meter entfernt und bellen stundenlang unser Zelt an. Die Hunde in der Umgebung stimmen in das Gekläffe ein. Wir wissen nicht woran es liegt, aber so gut wie JEDER Hund, ob groß oder klein, kläfft uns an oder rennt uns sogar hinterher. Wir haben einfach keine Lust mehr auf irgendeinen herumlungernden, gelangweilten Kläffer, der nichts Besseres zu tun hat, als uns anzubrüllen.


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Wenn einer (zweie) eine Reise tut (tun), könnse was erleben. Alles deutet darauf hin, dass ihr so langsam zum Ende kommen müßt. Vielleicht sollten wir euch doch noch entgegen kommen?
Wenn nicht, dann wünschen wir euch eine möglichst ereignisfreie Weiterfahrt.
Lieben Gruß
Anke + Mike

Kommentar von Mike




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