Andrea & Klaus


Tierblog by Andrea Kuenstle
März 20, 2010, 12:05
Filed under: Fahrrad(welt)reise, Hunde Fahrradreise, Nikon D90, Tuerkei, Weltreise mit Hunden und Fahrrad | Schlagwörter:

Sorry, ich weiß, in unserem Blog nehmen eindeutig die Tiergeschichten und Tierfotos überhand. Das wird sich bestimmt wieder ändern, versprochen. Aber zur Zeit sind wir halt bei PatiPet und was erwartet man da? Sicherlich keine spannenden Abenteuer… es sei denn man steht auf Tiergeschichten.
Natürlich habe ich die Zeit genutzt zu fotografieren, Sammy und Momo sind da  leichte Models, aber in so einem großen kräftigen Rudel, da musste ich mich auch erst einfinden. Und die Küken, die brauchten ne ganze Weile, bis ich mich nähern durfte. Aber schaut selbst mal auf der Fotogalerieseite.
Über die Länderauswahl in die Türkei, dann findet ihr jede Menge niedliche Tierchen 🙂
Ach ja, und dann gibt es seit gestern auch noch Klaus Junior.
Der Stand hier vor dem Tor bei PatiPet und hat um Einlass gebeten. Todd und Sharon waren nicht da, also was hätte ich tun sollen.
So hat der DoggyRide jetzt nen 3. Bewohner…. natürlich nur unter dem Anhänger, aber man nähert sich. Achja, und den Namen, den hat Sharon ihm gegeben, zumindest mal bis zu seiner Vermittlung.



Video: Pati-Pet oder „second chance“ by Andrea Kuenstle

Pati Pet oder "second chance"

(Klick auf das Foto öffnet die Videogalerie)
Nach nun über 90 Tagen in der Türkei, und einigen Gedanken über „Aufgeben“, über vielleicht zurück nach Deutschland , werden wir uns in 1-2 Wochen wieder auf den Weg machen, mit guten Gefühlen und fahren noch nicht zurück.
Wir trafen Todd & Sharon, die vor 1,5 Jahren hier in der Türkei ein Grundstück gekauft haben, Hunden und Katzen ein Tierhostel mit „full service“ 🙂 bieten, aber auch Strassenhunde und -Katzen einsammeln und ggf. vermitteln. Sie tun das, was sie können. Und trotz aller Unwegsamkeiten, und ich bin sicher wir haben nur von einigen wenigen Erfahren, geben sie nicht auf. Sie bleiben hier in der Türkei. Das ist das Land in dem sie leben wollen. Sie sind keine Samariter oder Oberschullehrer, aber durch ihre Art sind sie Vorbild für die Menschen hier. Sie machen vor, wie man mit Mitlebewesen , wie man mit der Natur umgeht.
Sie recyclen Wasser, separieren Müll und bringen ihn zu Menschen, die damit ein wenig Geld verdienen, sie sammeln alte weg geworfenen Möbel und verteilen diese wenn jemand davon etwas haben möchte. Sie möchten noch mehr Arbeitsplätze für die türkische Bevölkerung schaffen und ihnen einen fairen Lohn für ihre Arbeit zahlen. Sie möchten Kinder einladen und ihnen zeigen, wie man mit Hunden umgehen sollte. Sie starten mit Freunden Aktionen, wie einen HotDog 🙂 Verkauf, um Geld für eine Kastrationsaktion zu sammeln.
Das Hostel wird hoffentlich in der Zukunft ein Weg sein, um noch mehr Strassentieren ein zu Hause zu geben bis zu einer hoffentlichen Vermittlung.
Aber vorallem betreiben sie das Hostel, um noch mehr Aufklärung zu betreiben, Plakate zu drucken (do not shop—–adopt), um noch mehr Menschen ihre Philosophie näher zu bringen.
Wir trafen Todd & Sharon und ich hätte nicht für möglich gehalten, was diese herzensguten Menschen hier zu Zweit aufgebaut haben und wieviel Zeit sie nebenbei in Ihre eigenen Tiere investieren: da ist die blinde Rosa, ein Hund, mit so viel Lebensfreude, eine blinde Katze, Second Chance, ein riesiger Hund, der auf Grund eines Beinbruchs eingeschläfert werden sollte und und und.
Was die Beiden vorher gemacht haben passt so garnicht zu dieser Story, aber erklärt ihr Wissen über den Umgang mit Tieren und ihre liebevolle Art im Umgang mit Menschen.
Dazu nur kurz: Todd war beim amerikanischen Militär, 16 Jahre lang, als Hundeausbilder, aber auch in einigen Einsätzen in Kriegen, deren Realität mir bis hierher zwar bewusst war, aber das Gefühl, dass diese Dinge real sind, das habe ich hier gespürt.
Wir trafen bislang so viele wundervolle Menschen und Sharon & Todd sind 2 davon.
Es gibt einen kleinen Unterschied, diesen haben wir bei Dagmar, Jogi und Timo, aber eben auch hier erlebt: Frieden und Zeit uns mit dem Erlebten zu befassen, zu verstehen, und vielleicht in Gesprächen die Dinge zu sehen, die uns glücklich oder auch unglücklich machten.
Es gibt einen kleinen Film zu der Arbeit und der Philosophie der Beiden.
Und ich wünsche Ihnen, dass sie bald die Zeit und Ruhe finden, Ihre Arbeit selber zu bestaunen, denn es ist wirklich unglaublich, was sie hier aufgebaut haben.
Und das ist „second chance“! 🙂

"second chance" oder auch Chanco



160 kg Systemgewicht by Andrea Kuenstle

Wir sind anders unterwegs als die meisten anderen
Radreisenden: mehr Gewicht und mehr Volumen!

Wir haben den Tag gestern genutzt, ein wenig ueber unsere Pannen nachzudenken. Wir werden hier einen Rundumcheck machen und noch einige weitere Verschleissteile austauschen.  Wenn wir zurueck schauen auf unsere Pannen, dann liegt der Grund wahrscheinlich in dem hohen Gewicht. Jeder von uns hat ca. 160 kg zu bewegen. Wir schaffen Steigungen bis 12%, aber dann mit vielleicht gerade noch 3 km/h, dabei stehe ich dann in den Pedalen und das geht natuerlich auf das Material. Wir trafen andere Radreisende, die hatten staendig Probleme mit den Speichen oder mit der Schaltung, oder, oder. Die packen dann ihren Kram in den Bus und fahren in die naechst groessere Stadt. Hunde duerfen aber oft nicht in den Bus und als Frau alleine irgendwo im Zelt warten, vielleicht ueber mehrere Tage, dass moechte ich lieber vermeiden.  Die Achsbrueche an meinem Fahrrad sind jetzt hoffentlich mit der neuen Halterung fuer den DoggyRide vorbei. Und zu den Reifen: erst hatten wir wohl die falschen und jetzt? Hier liegen viele Scherben herum und ausweichen ist nicht immer so schnell moeglich. Mit weniger Gepaeck und Gewicht waeren wir beweglicher. Die Probleme mit dem Zelt sind auch klar: wir sind im Grunde 3 Personen (Klaus, ich und die Hunde) und wollten auch dem schlechten Wetter trotzen, deshalb ein grosses Zelt mit einer auch im Regen nutzbaren Apsis und Stehhoehe (9,2kg).
Und dann,wie koennten wir wie all die Fotos und Filme machen, schneiden und bearbeiten? Wir sind eben Technikfreaks und schleppen Laptop, 2 Kameras, eine Videokamera und alles was man so zum Laden braucht mit uns herum ausserdem 2 Handys und 2 GPS Geraete 🙂 
Und nicht zu vergessen meine 2 Schosshuendchen 🙂 Leinen, diverse Decken + Handtuch, Schermaschine, Kaemme, Futter (Notration), Medikamente, extra Wasserration (ca. 70 kg mit Hunden und Anhaenger)… da gehen halt zwei alte Damen (Sammy ist 13 und Momo 11) auf eine Fahrrad(welt)reise.
Das haben wir also gestern alles noch mal ueberdacht und werden neben dem Rundumcheck ueber einige Optimierungsmoeglichkeiten nach denken.



Hunde auf Welt Tournee: Köpekli dünya turu by Andrea Kuenstle

Der erste Tag in der Türkei, in Kas…… man interessiert sich mehr für die Hunde als für uns 🙂
Köpekli dünya turu



Fotogalerie: Sylvester in Side by Andrea Kuenstle

Side Türkei

ein wunderschöner Ort mit ganz viel altem „Gerümpel“ 🙂
Hier ein paar Fotos zu dem Ort an dem wir den ersten Tag in 2010 verbringen werden:
http://www.backtrekk.de/fotoGalerie/fotoGalerie.php?path=Sylvester_Side_Tuerkei



Ein Dankeschön einer türkischen Frau….. by Andrea Kuenstle

… dass wir das Katzenbaby mit genommen haben 🙂

Es war nur eine sehr kleine Hilfe. Aber vielleicht helfen diese Menschen jetzt künftig auch.



Hunde und Katzen auf unserem Weg…. by Andrea Kuenstle

mir fallen kaum die richtigen Worte ein. Ich wünschte wir würden nichts mehr von dem Leid sehen. Und ich nicht spüren. Klaus wird es nicht mehr lange aushalten das mich das so beschäftigt.
Heute habe ich wieder eine Katze eingesammelt…. so klein und zierlich, ein Auge vereitert, nur noch aus Fell und Knochen bestehend. Schätze vielleicht 1 kg.
Ich bringe sie nach her mit der Tierhilfe zum Dr. der wird sich kümmern.
Wir haben sie in Side aufgelesen und in der Lenkertasche mit genommen.
Es ist ein strahlender Sonnentag, die Stadt überwiegend voller deutscher Touristen und alle irgendwie hilflos. Was soll man auch tun bei der Masse an Hunden und Katzen. Ich weiß was man tun kann. Spenden an die Tierhilfe, damit die sich um die Kastration dieser Tiere kümmern kann. Diese Anhäufung von Tieren habe ich immer NUR in den Hochburgen des Tourismus gesehen.
Aber wie auch immer, ich möchte nicht mehr das Knacken der Knochen einer kleinen weißen Katze hören, die von einem Auto überfahren wurde, ihr kleiner Körper noch zappelt, nicht mehr das grauenvolle Schreien eines 40 kg Hundes, der durch die Luft flog, als er von einem Auto erfasst wurde, möchte nicht mehr an den Hund denken, der nur noch Haut und Knochen war und das blanke Fleisch an einigen Stellen heraus schaute, auch nicht mehr an den Welpen, der überfahren auf der Strasse lag, an die vielen scheuen Tiere, die voller Angst zum Menschen schauen, noch die Tritte, die sich diese Tiere gefallen lassen, nur um dem Menschen zu gefallen. Und ich möchte auch nicht mehr die Hunde sehen, die sich freudig um einen kümmern, uns Menschen eine große Strecke begleiten, unsere Freunde sein wollen, um Aufmerksamkeit betteln, zum Rudel gehören möchten….
Es ist wirklich furchtbar und vielleicht habt ihr Lust ein wenig hier zu helfen wenn ihr auch gerne Urlaub in der Türkei macht. Die Impfungen und Kastrationen sind wichtig, kosten aber Geld und auch wenn die Tierärzte schon viel umsonst machen…. informiert euch doch einfach mal bei der Tierhilfe Antalya im Internet. Kontakt direkt hier her, wenn ihr das möchtet, verschaffe ich euch gerne. So, jetzt drückt die Daumen, dass wir nicht mehr so viel Leid sehen, es kostet zu viel Kraft und die brauchen wir um voran zu kommen.

Tierhilfe Antalya